Die Zulassungs- uns Bewertungspraxis der EFSA am Beispiel der Glyphosatstudie von Prof. Seralini
Öffentliche Konferenz am 6. Februar 2013, Universität Stuttgart-Hohenheim, Euro Forum und SIMT 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr
Die brisante Debatte rund um den Einsatz des „RoundUp“Herbizids zur Produktion von Lebensmitteln und ihre Berücksichtigung in der Zulassungs- und Bewertungspraxis der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) zeigt hohen Diskussionsbedarf. Am Beispiel einer von Prof. Seralini veröffentliche Langzeitstudie*, die eine mögliche toxische Wirkung aufzeigt, soll in dieser Tagung der wissenschaftliche Beitrag sowie die politischen Auswirkungen kritisch diskutiert werden.
*) „Long term toxicity of a Roundup herbicide and a Roundup-tolerant genetically modified maize“
Die Bilanz der Agrarpolitik der letzten Jahrzehnte ist düster: In immer mehr Tierfabriken wird der Tierschutz verletzt und gefährliche Antibiotikaresistenzen entstehen. Bauernhöfe sterben und Landschaften „vermaisen“. Mehr Pestizide lassen weltweit die Bienen sterben und die Artenvielfalt nimmt rapide ab. Die Spekulation mit Lebensmitteln und Land verschärft den Hunger in der Welt. Dafür landet immer mehr Getreide im Tank statt auf dem Teller. Es ist Zeit für eine Wende!
Die Risikoabschätzung gentechnisch veränderter Pflanzen ist unzureichend
In der Grünen Gentechnik beginnen Fragen zur Sicherheit, wo
Entwickler-Interessen aufhören. Es reicht nicht, gentechnisch veränderte
Pflanzen wie Chemikalien zu testen.
Von Angelika Hilbeck | Hartmut Meyer
Der Diskurs um die Agrar-Gentechnik betrifft auch die Frage, wie wir bei der
Gestaltung technischen Fortschritts aus den Fehlern vergangener
Technologieeinführungen lernen wollen. Alle Säulen, auf denen
gesellschaftliches Gedeihen beruht – Ökonomie/Finanzwirtschaft, Umwelt,
Gesundheit/Ernährung, Politik, Frieden – sind heute in der Krise, deshalb
mehren sich die Rufe nach einem Ende des “Weiter so”. “Business as usual is
no longer an option”, stellt zum Beispiel der Weltagrarbericht von 2008 [1]
fest, oder im Hauptgutachten 2011 des Wissenschaftlichen Beirates der
Bundesregierung Globale Umweltveränderungen [2] (WBGU) wird nicht weniger
als eine “Große Transformation” unserer Gesellschaft gefordert.
Ob Monsanto oder Bayer: Die von Saatgutkonzernen im Kampf gegen den
Welthunger angepriesenen Wundermittel zur Erntesteigerung halten nicht,
was sie versprechen.
Am 27.09.2011 präsentierte der Vorsitzende des BÖLW, Felix zu Loewenstein die Petition gegen Agrogentechnik im Deutschen Bundestag. Staatssekretär Bleser, der für die Bundesregierung sprach, verstrickte sich in peinliche Widerspräche und offenbarte die Position der derzeitigen Regierung: die Agrogentechnik dürfe keinesfalls behindert werden. Seine Aussagen fielen aufgrund der von Loewenstein vorgebrachten Argumente jedoch als unwahr und ideologisch motiviert in sich zusammen.
Hier finden Sie die vom BÖLW in Auftrag gegebene Studie zur derzeitigen Zulassungspraxis für gentechnisch veränderte Pflanzen, den Schadensbericht Gentechnik und ein Gutachten zum Verbot von MON 810.
Studie: “Risiken mit amtlichem Siegel: Mängel bei der Zulassung gentechnisch veränderter Pflanzen“ (2011)